Integrierte Finanzplanung im Mittelstand:

Der vollständige Leitfaden

Autor: Knut Warncke, Geschäftsführender Gesellschafter, 19. Juni 2026

Integrierte Finanzplanung im Mittelstand verbindet GuV, Bilanz und Liquiditätsplanung in einem geschlossenen System, in dem jede Veränderung in einem Planungsbereich automatisch die anderen beiden mit aktualisiert. Sie ersetzt die klassische isolierte Planung mit getrennten Excel-Modellen und macht die Wechselwirkungen zwischen Geschäftsentwicklung, Kapitalbindung und Zahlungsfähigkeit unmittelbar sichtbar. Für mittelständische Unternehmen ist sie heute die belastbare Grundlage für Bank-Reportings, Beirats-Vorlagen und Geschäftsführungs-Entscheidungen.

In diesem Leitfaden zeigen wir Ihnen, wie eine integrierte Finanzplanung im Mittelstand funktioniert, welche regulatorischen Treiber sie zunehmend erforderlich machen und wie Sie sie in sechs Phasen einführen. Außerdem beleuchten wir, warum unterschiedliche Empfänger unterschiedliche Anforderungen an dieselbe Planungsbasis stellen — und welche Software-Kriterien im deutschen Mittelstand zentral sind.


1. Was ist integrierte Finanzplanung — und warum braucht sie der Mittelstand?

Eine integrierte Finanzplanung im Mittelstand ist ein geschlossenes Planungssystem, in dem GuV-Planung, Bilanzplanung und Liquiditätsplanung logisch miteinander verknüpft sind. Jede Annahme — etwa zu Umsatz, Investitionen oder Forderungslaufzeiten — wirkt automatisch in allen drei Planungsbereichen. Das Ergebnis ist ein konsistentes Zahlenwerk, das nicht nur einzelne Aspekte abbildet, sondern die finanzielle Gesamtlage des Unternehmens.

Definition: ein geschlossenes System aus drei verbundenen Planungsbereichen

Im Kern besteht die integrierte Finanzplanung aus drei verbundenen Planungsbereichen. Erstens die Erfolgsplanung in Form einer Plan-Gewinn-und-Verlustrechnung, deren Mindestgliederung in § 275 HGB geregelt ist. Zweitens die Bilanzplanung, die zeigt, wie Investitionen, Working Capital und Finanzierungsstrukturen die Bilanzpositionen verändern — basierend auf der Mindestgliederung in § 266 HGB. Drittens die Liquiditätsplanung, die abgeleitet aus der Bilanzplanung eine plausible Vorausschau der zukünftigen Zahlungsströme gewährleistet.

Die drei Planungsbereiche im Überblick

In einem integrierten Planmodell werden alle drei Planungsbereiche — GuV, Bilanz und der daraus resultierende Finanzplan — in der Regel auf Monatsbasis abgebildet. Für die Berichterstattung lassen sich die monatlichen Werte anschließend beliebig verdichten, etwa von Monat auf Quartal, Jahr oder Mehrjahressicht.

Entscheidend ist die Verzahnung: Wer die drei Planungsbereiche getrennt plant, übersieht Wechselwirkungen. Eine Investitionsentscheidung wirkt sich gleichzeitig auf die Bilanz (Anlagevermögen, Abschreibungen), die GuV (Abschreibungsaufwand, Zinsen) und die Liquidität (Auszahlung, Finanzierungs-Cashflow) aus. Nur eine integrierte Planung macht diese Verknüpfung sichtbar.

Im weiteren Sinne wird häufig auch von integrierter Unternehmensplanung gesprochen, wenn neben den drei Finanzsäulen auch operative Teilplanungen (etwa Vertrieb, Produktion, Personal) systematisch einbezogen sind. Für mittelständische Unternehmen bleibt die finanzielle Verknüpfung von GuV, Bilanz und Liquidität jedoch der Kern jeder integrierten Planung.

Warum der Mittelstand heute nicht mehr darauf verzichten kann

Grundsätzlich braucht jedes bilanzierende Unternehmen — unabhängig von seiner Größe — eine integrierte Finanzplanung; die Wechselwirkungen zwischen Ertrag, Kapitalbindung und Zahlungsfähigkeit gelten für Konzerne ebenso wie für kleinere Gesellschaften. Im Mittelstand ist der Bedarf jedoch besonders ausgeprägt: Hier sind die Kapazitäten in den Finanz- und Controlling-Bereichen stark limitiert — nicht selten übernimmt die Finanzleitung die Planung selbst. Häufig läuft sie zudem über historisch gewachsene Excel-Modelle mit hohem manuellem Pflegeaufwand, und die Finanzierung hängt oft an wenigen Hausbanken. Gleichzeitig steigt der Steuerungsdruck — Banken prüfen Kreditengagements strenger, Aufsichts- und Beiräte fordern belastbarere Forecasts, und Geschäftsführungen müssen schneller auf Marktveränderungen reagieren. Eine einjährige Ergebnisplanung mit gelegentlicher Liquiditätsvorschau genügt damit nicht mehr. Genau auf diese Ausgangslage hat sich QuoVadis spezialisiert — auch wenn integrierte Finanzplanung für größere Unternehmen ebenso relevant bleibt.


2. GuV, Bilanz und Liquidität — integriert planen statt isoliert verwalten

Eine integrierte Finanzplanung steht und fällt mit der sauberen Konstruktion der drei Planungsbereiche und ihrer Verknüpfungslogik. Werfen wir einen Blick auf jeden Planungsbereich und darauf, wie er in einer integrierten Logik mit den anderen verbunden ist.

Erfolgsplanung (GuV) — das Ergebnis-Fundament

Die Erfolgsplanung bildet die periodengerechte Gewinnermittlung ab. Ausgangspunkt ist die Umsatzplanung — abgeleitet aus Absatzmengen, Preisen und Vertriebsstrukturen. Anschließend folgen die Aufwandspositionen: Material, Personal, Abschreibungen, sonstige betriebliche Aufwendungen, Zinsen und Steuern. Die Gliederung folgt entweder dem Gesamtkosten- oder Umsatzkostenverfahren. Wichtig ist dabei die Aufteilung in plausible Teilplanungen — Umsatzplanung pro Produkt oder Region, Personalplanung pro Bereich, Investitionsplanung pro Projekt; zudem sollten Kostenstellen- und Kostenträger-Strukturen abbildbar sein, damit die GuV-Planung mit dem operativen Controlling konsistent bleibt.

Bilanzplanung — Kapitalbindung und Working Capital sichtbar machen

Die Bilanzplanung zeigt, wie sich Vermögen und Kapital im Zeitverlauf entwickeln. Investitionen verändern das Anlagevermögen, Abschreibungen wirken zurück auf die GuV. Das Working Capital — also die Differenz zwischen kurzfristigem Umlaufvermögen (vor allem Vorräte und Forderungen) und kurzfristigen Verbindlichkeiten — bindet Liquidität und ist deshalb in mittelständischen Unternehmen oft der größte Hebel für die Cash-Position. Im Gegenzug zeigt die Passivseite, wie sich Eigenkapital, Bankverbindlichkeiten und sonstige Finanzierungen verändern; eine integrierte Logik stellt dabei sicher, dass Bilanzsumme und Finanzierung in jedem Planjahr im Gleichgewicht bleiben — ohne manuelle Plausibilitäts-Korrekturen.

Liquiditätsplanung — die strategische Sicht im Verbund

Die Liquiditätsplanung schließt den Kreis. Sie zeigt die tatsächlichen und geplanten Zahlungsströme und damit, ob das Unternehmen jederzeit zahlungsfähig bleibt. Innerhalb der integrierten Planung ist dies die indirekte, aus GuV und Bilanz abgeleitete Liquiditätsbetrachtung. In einem integrierten Planmodell wird der Finanzplan dabei nicht aktiv erstellt; er ergibt sich aus der GuV- und Bilanzplanung als logische Schlussfolgerung. Davon zu trennen ist die kurzfristige operative Steuerung über eine direkte Liquiditätsplanung auf Tages- oder Wochenbasis: Sie ist nicht Bestandteil der integrierten Finanzplanung, sondern ein eigenständiges Thema — mehr dazu in unserem Beitrag zur direkten und indirekten Liquiditätsplanung. Die isolierte Liquiditätsvorschau ohne Anbindung an GuV und Bilanz ist demgegenüber wenig belastbar — gerade in Wachstumsphasen oder bei kippenden Margen entstehen blinde Flecken, die erst spät sichtbar werden.


Schaubild der integrierten Finanzplanung: Erfolg, Aktiva, Passiva, Liquidität und Kennzahlen sind über Verknüpfungen miteinander verbunden.

3. Was passiert, wenn die Planungsbereiche nicht integriert sind?

Eine isolierte Planung in getrennten Excel-Modellen funktioniert im Alltag oft erstaunlich lange — bis sie es nicht mehr tut. Drei typische Muster zeigen sich in der Praxis besonders deutlich.

Probleme isolierter Planung — im Alltag und in der Krise

Im Tagesgeschäft bedeutet isolierte Planung vor allem manuellen Aufwand: Annahmen werden in einer Tabelle geändert, in andere Modelle übertragen und Plausibilitäten von Hand geprüft — bei jeder Aktualisierung aufs Neue. Planungs-Updates dauern so Tage bis Wochen statt weniger Stunden, und mit jeder Übertragung wächst das Fehlerrisiko. Hinzu kommt ein Muster, das wir bei Mittelständlern häufig sehen: Nach Personalwechseln kann die Logik einzelner Tabellen niemand mehr vollständig nachvollziehen — es entstehen Excel-Modelle, die zwar weiter aktiv gepflegt, aber aufgrund ihrer Komplexität nicht mehr vollständig verstanden werden.

Besonders riskant wird das in Krisensituationen. Ein klassisches Muster: Die GuV zeigt noch ein akzeptables Ergebnis, die Liquidität ist aber bereits unter Druck — weil Forderungslaufzeiten gestiegen, Vorräte gewachsen oder Investitionsauszahlungen zeitlich verdichtet sind. In einer integrierten Planung wäre dieser Effekt Monate früher sichtbar gewesen — sich abzeichnende Liquiditätsengpässe lassen sich dann rechtzeitig mit den Bankpartnern besprechen und schließen. Ohne sie folgt dagegen der typische Reflex der kurzfristigen Liquiditätsbeschaffung zu ungünstigen Konditionen, statt vorausschauend Steuerungs-Spielraum zu nutzen.

Stakeholder-Vertrauensverlust

Banken, Aufsichtsräte und Investoren erkennen die Belastbarkeit einer Finanzplanung typischerweise sehr schnell. Eine inkonsistente Planung — etwa eine Bilanz, die mit der GuV nicht zusammenpasst — kostet Glaubwürdigkeit in entscheidenden Gesprächen. Häufig wirkt sich dies konkret auf Kreditkonditionen, Bürgschafts-Limits oder Beiratsentscheidungen aus.


Aspekt Isolierte Planung (klassisch) Integrierte Finanzplanung
Werkzeug Mehrere getrennte Excel-Modelle Geschlossenes Planungssystem mit verbundenen Planungsbereichen
Verbindung GuV / Bilanz / Liquidität Manuell, oft erst rückwirkend abgestimmt Automatisch — jede Änderung wirkt sofort in allen Planungsbereichen
Reaktionszeit auf neue Annahmen Mehrere Wochen — eher bei konsolidierter Planung Stunden inklusive Plan-Ist-Update
Szenarien (Best / Real / Worst Case) Aufwendig, häufig nur einmalig erstellt Auf Knopfdruck, beliebig oft aktualisierbar
Tauglichkeit für Bank-Reporting Begrenzt — Plausibilität schwer prüfbar Hoch — Stakeholder erkennen die Konsistenz sofort
Eignung für Sanierungs-Gutachten (IDW S 6) Nicht ausreichend Methodisch vorgeschrieben
Wissenstransfer / Einarbeitung Wissensmonopole — aufwendig von Einzelnen aufgebaut, schwer zu übergeben an neue Mitarbeitende Standardisierte Systemlogik — neue Mitarbeitende deutlich schneller eingearbeitet

4. Integrierte Finanzplanung einführen — der 6-Phasen-Aufbau-Pfad

Die Einführung einer integrierten Finanzplanung im Mittelstand lässt sich strukturieren. Wir empfehlen einen sechsstufigen Aufbau-Pfad, der sich in unseren umgesetzten Projekten bewährt hat. Jede Phase baut auf den Ergebnissen der vorigen auf.

  1. Ausgangslage erfassen
    Bestehende Planungs-Tools, Datenquellen und Stakeholder-Anforderungen werden aufgenommen. Ziel: ein klares Bild davon, wo aktuell Brüche, Medienwechsel und Datenlücken bestehen.
  2. Datenmodell definieren
    Kontenrahmen, Kostenstellen-Struktur, Mandanten- und Konzern-Logik werden festgelegt. Außerdem werden Schnittstellen zur Finanzbuchhaltung (DATEV, SAP, Microsoft Dynamics) konzipiert.
  3. Erfolgsplanung aufsetzen
    Umsatz-, Material-, Personal- und Investitions-Teilpläne werden modelliert und in der Plan-GuV verdichtet. Mehrjahres-Logik und Szenarien (Best / Real / Worst Case) werden grundgelegt.
  4. Bilanz- und Liquiditätslogik verknüpfen
    Working Capital, Anlagevermögen, Finanzierungs-Cashflow und Liquiditäts-Salden werden so verbunden, dass jede GuV-Annahme automatisch in Bilanz und Cashflow durchschlägt.
  5. Reporting und Plan-Ist-Logik aktivieren
    Standard-Reports für Geschäftsführung, Beirat und Bank werden aufgebaut, Ist-Daten-Schnittstellen aktiviert. Soll-Ist-Abgleich und Hochrechnung werden zur Routine.
  6. Rolling Forecast etablieren
    Aus der einmaligen Jahresplanung wird ein laufender Steuerungs-Zyklus mit rollierender Aktualisierung — typischerweise quartalsweise, in volatilen Phasen monatlich.

5. Stakeholder-Reporting — wer braucht welche Sicht?

Ein zentraler Vorteil der integrierten Finanzplanung im Mittelstand: Aus derselben Datenbasis lassen sich passgenaue Sichten für unterschiedliche Adressaten ableiten. Drei Stakeholder-Gruppen mit jeweils eigenen Reporting-Anforderungen treten dabei besonders deutlich hervor.


Geschäfts­führung Beirat Bank / Kreditgeber
Was sie braucht: kurze, entscheidungs­orientierte Sicht auf Trend, Abweichung und Hebel. Was er braucht: strategische Sicht mit Mehrjahres-Horizont und Risiko-Indikatoren. Was sie brauchen: belastbare Plan-Bilanz, Plan-GuV und Plan-Liquidität für die Bonitäts­prüfung.
Typische Inhalte: rollierender 12-Monats-Forecast, Top-5-Abweichungen Plan/Ist, Szenario-Vergleich. Typische Inhalte: Plan-GuV und Plan-Bilanz über 3–5 Jahre, Investitions-Pipeline, Covenants-Status. Typische Inhalte: integrierte Mehrjahres-Planung, Covenants-Prognose, Sensitivitäts-Rechnungen.
Frequenz: monatlich. Frequenz: quartalsweise. Frequenz: regelmäßig, typischerweise monatlich bis quartalsweise.

6. Software-Auswahl — was integrierte Planung wirklich können muss

Eine integrierte Finanzplanung lässt sich theoretisch auch in einem hochkomplexen Excel-Modell abbilden. In der Praxis stoßen Excel-Konstruktionen ab einer gewissen Komplexität jedoch an Grenzen — bei Mandanten-Vielfalt, Konsolidierungs-Anforderungen oder paralleler Szenarien-Rechnung. Spezialisierte Planungssoftware schließt diese Lücke.

Kernfunktionen, die nicht verhandelbar sind

Eine integrierte Planungssoftware sollte mindestens diese Funktionen beherrschen: integrierte GuV-/Bilanz-/Liquiditätslogik aus einem Guss, Mehrjahres-Planung mit Szenarien, Plan-Ist-Vergleich und Hochrechnung, Kostenstellen- und Projekt-Planung in zwei Richtungen (top-down und bottom-up) sowie Konsolidierung auf Konzern-Ebene für Unternehmensgruppen. Darüber hinaus ist eine flexible Berichts-Erstellung wichtig — sowohl klassisch über einen Excel-basierten Report-Manager als auch zeitgemäß über Power-BI-Dashboards für Desktop, Web und Mobil.

Die FiBu-Schnittstellen sind der Datenmotor jeder Planung, denn eine Software ist nur so gut wie die Daten, die in sie fließen. Standardisierte Schnittstellen zu den gängigen Finanzbuchhaltungs-Systemen (DATEV, SAP, Microsoft Dynamics, BusinessCentral) reduzieren den Implementierungsaufwand erheblich. Im Optimalfall lassen sich Ist-Daten täglich oder wöchentlich automatisch ins System spielen.

Als Excel-Alternativen haben sich im deutschsprachigen Mittelstand einige spezialisierte Planungssysteme etabliert. Der BusinessPlanner beispielsweise ist eine Datenbank-Anwendung, die integrierte GuV-, Bilanz- und Liquiditätsplanung in einem geschlossenen System abbildet — mit unbegrenzter Mandanten-Logik und standardisierten FiBu-Schnittstellen. Andere Anbieter setzen auf eigenständige Cloud-Plattformen — die Auswahl hängt stark vom Mandanten-Modell, dem Konsolidierungs-Bedarf und der bestehenden ERP-Landschaft ab.


7. Regulatorischer Rahmen — was Mittelständler beachten müssen

Die integrierte Finanzplanung im Mittelstand ist nicht nur ein Steuerungs-Instrument, sondern bewegt sich auch in einem klaren regulatorischen Rahmen. Drei Bereiche verdienen besondere Aufmerksamkeit.

Den ersten Rahmen stecken die HGB-Vorgaben ab — die Mindestgliederung von GuV und Bilanz im handelsrechtlichen Jahresabschluss ist in § 275 HGB (GuV) und § 266 HGB (Bilanz) geregelt. Eine sinnvoll konzipierte integrierte Finanzplanung folgt dieser Gliederung — denn nur dann sind Plan- und Ist-Vergleiche ohne aufwendige Überleitung möglich.

StaRUG und IDW S 6 — Krisenfrüherkennung wird zur Pflicht

Mit dem Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz (StaRUG — also dem Gesetz zur Restrukturierung von Unternehmen außerhalb der Insolvenz, in Kraft seit 2021) ist die Pflicht zur Krisenfrüherkennung im deutschen Recht verankert. Konkret verlangt § 1 StaRUG von der Geschäftsleitung haftungsbeschränkter Unternehmen, Krisen frühzeitig zu erkennen und Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Eng damit verknüpft ist der IDW Standard S 6 — also der vom Institut der Wirtschaftsprüfer entwickelte Standard für Sanierungskonzepte. Er fordert eine integrierte Finanzplanung über drei bis fünf Jahre als Pflichtbestandteil jedes prüffähigen Sanierungs-Gutachtens. Damit ist klar: Wer im Krisenfall handlungsfähig sein will, braucht die integrierte Planung bereits vor der Krise — sie lässt sich kurzfristig nicht improvisieren.

Schließlich verschärfen sich auch die Bank-Anforderungen — Banken verlangen bei Kreditengagements im Mittelstand zunehmend integrierte Planungs-Unterlagen. Besonders relevant sind dabei Covenants, also die Kennzahlen-Auflagen, die Banken in Kreditverträgen vereinbaren (etwa zur Eigenkapitalquote, zum Verschuldungsgrad oder zur Zinsdeckung). Eine integrierte Finanzplanung erlaubt es, die Einhaltung dieser Covenants vorausschauend zu prognostizieren und Frühwarn-Signale rechtzeitig zu erkennen.


8. QuoVadis als Ihr Partner

Als spezialisierter Partner für integrierte Finanzplanung begleitet QuoVadis Finanzplanung GmbH seit über 15 Jahren mittelständische Unternehmen. In der Beratungspraxis zeigt sich dabei immer wieder, dass eine integrierte Planung nicht durch die Software allein gelingt: Sie braucht ein klares Datenmodell, einen tragfähigen Planungs-Prozess und einen Sparring-Partner, der die fachliche Tiefe mit der praktischen Umsetzbarkeit im Mittelstand verbindet. Genau in dieser Verbindung sehen unsere Kunden den entscheidenden Mehrwert.

In unserem Vorgehen begleiten wir Sie entlang des sechsstufigen Aufbau-Pfads, den wir oben skizziert haben. Anschließend bleiben wir Ihr Ansprechpartner, auch nach Projektabschluss — denn integrierte Finanzplanung ist kein einmaliges Projekt, sondern ein laufender Steuerungs-Zyklus. Unsere Referenzen zeigen, wie diese Begleitung in der Praxis aussieht.


Key Takeaways


  • Integrierte Finanzplanung verbindet GuV, Bilanz und Liquiditätsplanung in einem logischen System — Änderungen schlagen automatisch in alle drei Planungsbereiche durch.
  • Im Mittelstand wird sie zunehmend zur Voraussetzung für Banktermine, Beirats-Reports und Sanierungs-Gutachten nach IDW S 6 (dem vom Institut der Wirtschaftsprüfer entwickelten Standard für Sanierungskonzepte).
  • Eine isolierte Planung in Excel mag kurzfristig funktionieren — in Krisen laufen Liquidität und Ertrag jedoch typischerweise auseinander, bevor Gegenmaßnahmen greifen.
  • Die Einführung lässt sich in sechs aufeinander aufbauenden Phasen strukturieren: Ausgangslage, Datenmodell, Erfolgsplanung, Bilanz-/Liquiditätslogik, Reporting, Rolling Forecast.
  • Geschäftsführung, Beirat und Banken brauchen unterschiedliche Reporting-Schichten — eine integrierte Planung liefert diese aus derselben Datenbasis.
  • QuoVadis begleitet seit 2009 Mittelständler bei der Implementierung einer integrierten Planung und greift dabei auf Erfahrungen aus weit über 300 Projekten zurück.


Häufig gestellte Fragen

Was ist integrierte Finanzplanung?

Integrierte Finanzplanung im Mittelstand ist ein geschlossenes Planungssystem, in dem GuV, Bilanz und Liquiditätsplanung logisch miteinander verknüpft sind. Jede Annahme — etwa zu Umsatz, Investitionen oder Forderungslaufzeiten — wirkt automatisch in allen drei Planungsbereichen. Dadurch sind Wechselwirkungen sofort sichtbar und das Zahlenwerk bleibt konsistent.

Welche drei Bestandteile gehören zur integrierten Finanzplanung?

Die drei zentralen Planungsbereiche sind: erstens die Erfolgsplanung mit Umsatz-, Material-, Personal- und Investitions-Teilplänen. Zweitens die Bilanzplanung mit Working Capital, Anlagevermögen und Finanzierungsstruktur. Drittens die Liquiditätsplanung — typischerweise direkt als Ein- und Auszahlungsbetrachtung sowie indirekt über die klassische Cashflow-Betrachtung.

Wie unterscheidet sich integrierte Finanzplanung von einer isolierten Excel-Einzelplanung?

In einer isolierten Einzelplanung werden GuV, Bilanz und Liquidität getrennt modelliert. Wechselwirkungen müssen manuell nachgepflegt werden. In einer integrierten Planung sind die drei Planungsbereiche logisch verbunden — jede Änderung wirkt automatisch in alle Sichten. Reaktionszeiten verkürzen sich von Tagen auf Stunden, und das Risiko von Inkonsistenzen sinkt deutlich.

Welche Software eignet sich für integrierte Finanzplanung im Mittelstand?

Geeignete Systeme verbinden GuV, Bilanz und Liquidität in einem geschlossenen Datenmodell, bieten Mehrjahres- und Szenario-Logik, lassen sich an gängige FiBu-Systeme (DATEV, SAP, Microsoft Dynamics) anbinden und unterstützen Konsolidierung auf Konzern-Ebene. Im deutschsprachigen Mittelstand ist beispielsweise der BusinessPlanner verbreitet — die konkrete Auswahl hängt vom Mandanten-Modell und dem Konsolidierungs-Bedarf ab.

Wie lange dauert die Einführung einer integrierten Finanzplanung?

Die Dauer hängt stark vom Reifegrad der Datenbasis und der Komplexität des Mandanten-Modells ab. Im typischen Mittelstands-Projekt rechnen wir bei sauber vorhandenen FiBu-Daten mit wenigen Tagen bis zur ersten belastbaren Liquiditäts-Sicht und mehreren Wochen bis zur vollständigen Plan-GuV-Bilanz-Liquiditäts-Verknüpfung mit Reporting — bei konsolidierter Planung für Unternehmensgruppen entsprechend länger.

Welche Anforderungen stellen Banken an die integrierte Finanzplanung?

Banken erwarten eine konsistente Mehrjahres-Planung mit verbundenen Plan-GuV, Plan-Bilanz und Plan-Liquidität — typischerweise über drei bis fünf Jahre. Zusätzlich wichtig sind Sensitivitäts-Rechnungen, Szenario-Logik und eine vorausschauende Covenants-Prognose. Bei Sanierungsfällen wird nach IDW S 6 ohnehin eine integrierte Planung verlangt.

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Autor dieses Artikels:

Knut Warncke

Geschäftsführender Gesellschafter